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Verschwundene Basler Geschäfte Teil 2

derer Geschichte bei uns weiterlebt und gelebt wird. 

erstellt am 20. November 2014

Nach der grossen Ressonanz des ersten Teiles "Verschwundene Basler Geschäfte", hier nun der 2. Teil. 

Egal aus welcher Epoche und aus welcher Region die verschiedenen Teile stammen, eines haben sie alle gemeinsam. Sie erzählen eine Geschichte. Wir von Pat's Uniform und Kostüm Verleih Schlenker sind seit jeher bestrebt, diese Geschichten für die Zukunft aufzubewahren.

Auch dieses mal haben wir uns die Mühe gemacht, ein paar ausgewählte Schätze aus unserem Fundus hervorzuholen, welche aus verschwundenen Basler Geschäften und ehemaligen Bewohnern aus Basel stammen, um ihre Geschichte zu erzählen. 

Adolf Zinsstag Goldschmied   Adolf Zinsstag Goldschmied

Adolf Zinsstag Goldschmied

Julius Gustav Adolf Zinsstag-Kradolfer (1838-1915), der 1865 als Goldschmied aus Ravensburg, Deutschland, nach Basel gekommen war, eröffnete am 10. August 1868 einen kleinen Laden an der Stadthausgasse mit einem anfänglichen Betriebskapital von Fr. 1350.90. Das Geld hatte er von seinem Vater Johann Gottfried Zinsstag-Simonius (1800-1870) und seinem Bruder, vermutlich von dem ebenfalls in Basel ansässigen Adrian Zinsstag-Wagner (1830-1902), erhalten. Während mehreren Jahren übernahm er Aufträge von seinem bisherigen Meister Johann Jakob Handmann, die ihm das geschäftliche Überleben ermöglichten. 1870 heiratete er Anna Barbara Kradolfer, die ihn im Geschäft unterstützte und den Kontakt mit der Kundschaft pflegte. 1872 zog der Betrieb in einen günstiger gelegenen Laden an der Gerbergasse 37. Bereits zwei Jahre später folgte der Umzug in das Haus an der Gerbergasse 45, das Zinsstag käuflich erworben hatte.

Von 1893 bis 1896 absolvierte der Sohn Adolf Zinsstag (1878-1965) eine Lehre als Goldschmied im elterlichen Betrieb. Nach seinen Wanderjahren kehrte Adolf Zinsstag 1901 wieder nach Basel zurück und arbeitete für seinen Vater. Im Jahr 1903 trat als erster Lehrling Jakob Steinbrunner in die Firma ein, der er danach über 55 Jahre treu blieb.
Adolf Zinsstag, der 1902 Mathilde Preiswerk (1880-1952) geheiratet hatte, übernahm unterstützt von seiner Frau 1907 das Geschäft, und konnte nach dem Kauf der Nachbarliegenschaft Gerbergasse 47 die beiden Häuser abreissen und einen grösseren Neubau ("zum Rheingold") errichten lassen.
Der Sohn von Adolf und Mathilde Zinsstag-Preiswerk, Walter Zinsstag (1918-2004), absolvierte seine Ausbildung zum Goldschmied in einer befreundeten Firma in Basel. Bei Aufenthalten in Schaffhausen und Genf lernte er insbesondere das Fassen, d. h. das Befestigen von Edelsteinen in Schmuckstücken, was das Geschäft später von solchen Spezialisten unabhängig machte. 1948 übergab ihm sein Vater den Betrieb.
1968 arbeiteten fünf gelernte Goldschmiede, ein Graveur und zwei Lehrlinge unter der Leitung von Walter Zinsstag-Scheibler in der Werkstatt und zwei Verkäuferinnen und eine Lehrtochter unter der Führung von Ottilie Zinsstag-Scheibler (Heirat 1943) im Laden. In der Werkstatt wurden ausserdem die Lehrlinge Basels geprüft.
1983 musste Walter Zinsstag sein Fachgeschäft für Gold- und Silberwaren - das älteste in Basel - verkaufen, weil sein Sohn Johann Jakob genannt Hansjakob Zinsstag (1946-) nach seinem Lehrabschluss als Goldschmied 1968 auf seiner berufsbildenden Wanderfahrt in Australien sesshaft wurde und sich in der Umgebung von Melbourne niederliess, wo er auch ein eigenes Geschäft eröffnete.
Unter dem neuen Namen "Zinsstag Goldschmied, Inhaber Ralph Düby" führt Ralph Düby, der zuvor während 25 Jahren Werkstatt-Chef in einem Atelier für kunsthandwerklichen Schmuck und zum Zeitpunkt der Übernahme Obmann der Experten für die Lehrabschlussprüfungen in seinem Gewerbe in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn war, seit 1983 das Geschäft zusammen mit seiner in Verkauf und Administration tätigen Frau. Spezialität des Hauses sind grosse Silberstücke, die neben Schmuck aus Gold und Silber verkauft werden. Besonderes Augenmerk gilt auch den mit Sorgfalt gepflegten Reparaturen.
Im Familienbetrieb arbeiteten 1983 neben den Inhabern neun Vollzeitbeschäftigte, nämlich zwei im Laden und fünf Goldschmiede und zwei Graveure in der Werkstatt. Die Verkaufsfläche betrug zu diesem Zeitpunkt 40 m2; für Werkstatt, Büro und Lager standen 100 m2 zur Verfügung.

Noch heute ziert über dem Eingang des Geschäftes Düby Goldschmied AG an der Gerbergasse 45 der Name des Gründers: Bijouterie Zinsstag.

Quelle Staatsarchiv Basel-Stadt

Grammoplatten-Spezialgeschäft

Grammoplatten-Spezialgeschäft, ehemals an der Sattelgasse 3 in Basel

Inhaber und Gründer Lothar Löffler arbeitet bei Musik Hug bevor er 1944 sein eigenes Geschäft (Grammohaus) eröffnete. Löffler war ein bekannter Bar- und Orchesterpianist u. a. bei Teddy Stauffer. Leader des eigenen Jazz-Orchesters «Lothar Löffler and his Ambassadors» und während zwei Jahrzehnten stadtbekannter Hauspianist im Hotel Drei Könige, sowie Musiker beim Radio Basel.

Am 24. September 1986 wird der Unterhaltungspianist Lothar Löffler wird für sein Gesamtwerk mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. 

1989 übernimmt Raymond Wyler das Geschäft und nennt es ab sofort Musik Wyler. Dieses Geschäft gibt es zwar heute noch unter dem Namen Musik Wyler, jedoch gehört das Geschäft unterdessen Bieder und Tanner.

Am 20. Dezember 1995 verstirbt Lothar Löffler-Hochstein mit 77 Jahren. 

Lothar Löffler heute bekannteste Lehrtochter dürfte Maja Wirz sein, welche im Grammohaus ihre Lehre absolvierte.

Burk & Fesenmeyer Basel   Burk & Fesenmeyer Basel

Burk & Fesenmeyer Basel - Kanonengasse 37

Damenhut um 1914 mit langflorigem Samt, ähnlich wie beim klassischen Herrenzylinder, dekoriert mit einer schwarzen Feder. 

Wabert Tablettendose

Wabert Tablettendose der goldenen Apotheke Basel von 1910 und 1950. Der Name GABA ist ein Akronym von Goldene Apotheke Basel. Die Apotheke befand sich an der Rüdengasse 1, resp. Freien Strasse 20.

Schon 1638 wurde die Apotheke als eine der ersten ihrer Art in Basel gegründet. Sie gilt zudem als eine der ältesten noch bestehenden Firmen in der Schweiz.  Aus den USA brachte der Basler Arzt Emanuel Wabert (1807–1884) 1846 das Rezept eines Hustenmittels mit. Hermann Geiger, damaliger Besitzer der Goldenen Apotheke und guter Freund von E. Wabert bot im selben Jahr, während einer Grippe-Epidemie, die nach diesem Rezept hergestellten Wybertli-Pastillen an. Ab 1906 wurden die Wybertli im elsässischen St. Louis von Hermann Geiger und dessen Bruder Paul Geiger hergestellt. Ab 1910 wurde der Name in Gaba-Tabletten geändert. Weitere Infos findet man auch auf Wikipedia.

Hausmann AG   Hausmann AG

Hausmann AG - St. Gallen, Basel, Geneve, Zürich

Die Firma Hausmann wurde 1899 von der St. Galler Hecht-Apotheke zur Aktiengesellschaft «Schweizerisches Medizinal- und Sanitätsgeschäft Hausmann AG». Diese hatte Geschäfte in St. Gallen und Zürich, sowie Vertragshändler in Genf und Basel.

In welcher Apotheke dieses typische Arzt-Tasche gekauft worden ist, lässt sich leider bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz sagen, jedoch schränkt die Menge an Apotheken der Zeit um 1920 das ganze sehr ein. Im Inneren der Taschen gibt es mehrere Fächer, sowie Halterungen für medizinisches Gerät.

Munitionspäckchen für Vorderladerwaffen

Munitionspäckchen für Vorderladerwaffen aus dem alten Zeughaus Basel von 1831.

Das 1438 erbaute und 1440 fertiggestellte Zeughaus Basel auf dem des einstigen Judenfriedhofs neben dem Kloster Gnadental am Petergraben / Petersplatz wurde als als Bauwerk mit dreifacher Funktion ( Korn-, Werk- und Zeughaus ) errichtet. 

Neben Geschützen und anderen Waffen, wurde auch die jeweilige Munition dort gelagert. Aus diesem Bestand stammt dieses kleine Päckchen mit 10 einzelnen Papierpatronen mit Rundkugel. Zusammenschnürt in Papier und mit einer Etikette des "Canton Basel - 1831" und dem Herstellungsjahr versehen.

H. Strübin & Cie - Strübin und Sohn Optiker

H. Strübin & Cie - Strübin und Sohn Optiker Basel Gerbergasse im Haus der Optik

Heinrich Strübin-Spiess gründete das Optikergeschäft um etwa 1885. 1993 wurde die Firma Firma aufgelöst. Die Brille stammt von etwa 1930-40 und ist gelblich getönt.

50er Jahre Damenhüte    Haute Mode France Lämmlin Basel

Haute Mode France Lämmlin Basel  (Fa. Lämmlin & Co. Ltd) 

Gegründet in den 1890er Jahren von Karl Lämmlein ( 11.3.1966 † ), Schneidermeister.  Sein Sohn, Eugen Lämmlin ( † 9.3.1986 ) führt das Geschäft als Verwaltungsratspräsident bis zu seinem Tod weiter. 

Am 9. Juli 1997, mehr als 100 Jahren nach der Gründung der Massschneiderei Lämmlin, wurde die Geschäftstätigkeit wegen fehlender Nachfolge aufgegeben.

Einzig der Schriftzug am Steinengraben 14 in Basel erinnert noch an die Firma Lämmlin.

Couture Lämmlin

Firma Emil Gansser

Die Firma Emil Gansser, die neben Hüten der Firma Christy's aus London auch Kleidung und Pelze in Basel verkaufte, hatte ihr Geschäft in der Freien Strasse 24. Am 10. Februar 1930 brach in den Geschäftsräumen ein Brand aus, welches das Geschäft grösstenteils zerstörte. Nur zwei Tage später verstarb Emil Gansser-Imhof nach schwerer Krankheit.

Die beiden Kindermützen aus den 30er Jahren sind in der Form typisch für jene Zeit. Fisch Schirme lassen sich mit dem jeweiligen Druckknopf in der Höhe, resp. Tragart verstellen.

Leonhard Kost & Cie - Kost Sport   Leonhard Kost & Cie - Kost Sport

Leonhard Kost & Cie - Kost Sport   Leonhard Kost & Cie - Kost Sport

Leonhard Kost & Cie - Kost Sport (schliesst Ende Januar 2015)

Die Firma Leonhard Kost & Cie wurde 1866 von Leonhard Kost gegründet. Die ersten Jahrzente verkaufte Kost vor allem Bürstenwaren, spwie etwas später auch Toilettenartikel, Haushaltsartikel und Kinderwagen. Erst nach 1892 verkaufte Kost die ersten Skis von einem Norwegischen Hersteller und 1900 die ersten Tennis Rackers. In den 1940er Jahren wurde der heute bekannte Namen als Firmennamen übernommen. Aus "Leonhard Kost & Cie, Spezialhaus sämtlicher Sportausrüstungen" wurde KOST Sport.

Ein Mittrund für die Schliessung Ende Januar 2015, nach fast 150-jähriger Familientradition sei unter anderem das neue Innenstadt-Verkehrskonzept.

Bild oben: Damenschnürschuhe aus den 40er Jahren. Ursprünglich waren diese braun. Später wurden die Schuhe mit schwarzer Lederfarbe nachbearbeitet.

Bild unten: Blachenrucksack aus den 50er Jahren.

Leonhard Kost & Cie - Kost Sport

 

Inserat "Leonhard Kost & Cie, Spezialhaus sämtlicher Sportausrüstungen" vom November 1935 in der National Zeitung.  

 

Liegen bei Ihnen auch noch alte Kleider, Hüte, Prospekte und weiteres und Sie wissen nicht wohin damit, melden Se sich bei uns. Wir sind immer interessiert.

Haben wir Sie neugierig gemacht und sind Sie an Basler Geschichten interessiert, so empfehlen wir Ihnen die Webseite von Roger Jean Rebmann www.altbasel.ch, sowie die Facebookgruppe "Verschwundenes Basel" und den Treff für alles rund um Basel "Bebbi Träff".

Zudem gibt es die Möglichkeit, all diese Teile, sowie auch vieles weiteres zur Geschichte Basels bei uns im Laden man der Schützenmattstrasse 37 in Basel als Führung zu besichtigen. Fragen Sie uns nach den Möglichkeiten und tauchen Sie ein in Basels Geschichte von anno Dazumal.