Historische  Beratung
Pat  Schlenker
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M1840 Kürassierhelm Frankreich

Am 19. Juli 1870 erklärt der Napoleon III, resp. Frankreich dem aufstrebenden Bund von Norddeutschen Staaten, mit den Preussen als treibende Kraft den Krieg.

Obschon Frankreich den Preussen den Krieg erklärte, war das Land keinesfalls bereit dafür. Nichts desto trotz stelle Napoleon eine Armee von 331'000 Mann auf, welche sich bei Strassbourg und Metz versammelten. Ihnen gegenüber stannden etwas mehr als 330'00 Mann der Preussen, welche Unterstützung aus den Königreichen Bayern und Württemberg erhalten haben.

Am 16. August stiessen die beiden Armee bei Vionville und Mars LaTour, 20 Kilometer westliche von Metz aufeinander. Die zahlenmässig überlegenen französischen Truppen mussten sich den Preussen geschagen geben und sich Richtung Metz absetzen.

Am 20. August wurden die Reste der Französischen Rheinarmee bei Metz, mit 7,5 Armeekorps und 3 Kavalleriedivisionen und einer Stärke von etwa 250.000 Mann von der preußischen 1. Armee, unter Karl Friedrich von Steinmetz und der 2. Armee unter Führung von Prinz Friedrich Karl, eingeschlossen. Die Preussen hielten mit 6 Armeekorps mit Kavallerie und etwa 185.000 Mann dagegen.

In der Folge versuchten die belagerten französischen Truppen mehrfach aus der Belagerung auszubrechen. Zu Letzt am 7. Oktober 1870. Dies jedoch, um Verpflegung heranzuschaffen. Der Französische Oberbefehlshaber der Truppen im belagerten Metz, Marschall Bazaine kapitulierte am 27. Oktober 1870 schliesslich mit den restlichen 150'000 waffenfähigen Männern, da neben Mangel an Munition und Verpflegung auch 20'000 an der Ruhr erkrankt waren. Nach dem Fall von Metz und Strassburg am 28. September 1870 standen den Preussen und seinen Verbündeten genügend Truppen zur Verfügung, um Belfort zu nehmen. Die Kämpfe begannen am 3. November 1870 mit der Einschliessung der Festung. 

Les Verriers 1871_1

Um Belfort zu entsetzen sowie das Elsass zurückzuerobern, wie auch die  Verbindungen des deutschen Heeres zwischen Paris und dem Rhein zu unterbrechen, wurde General Charles Denis Soter Bourbaki am 8. Dezember 1870 mit der Bildung der Armée de l’Est oder auch Zweite Loirearmee beauftragt. Nach dem Gefecht bei Villersexel und der dreitägigen Schlacht an der Lisaine musste sich General Bourbaki mit seiner Armee nach Süden zurückziehen, was mit der Einkesselung im Grossraum Pontarlier endete. Gedemütigt versuchte sich der General am 26. Januar 1870 das Leben zu nehmen. Seine schlecht ausgerüstete und erschöpfte Armée de l’Est, welche von Schnee, Kälte und Hunger geplagt war, überquerte in der Folge vom 1. bis 3. Februar 1871 mit den restlichen 87'000 Mann und 12'000 Pferden die West-Schweizer Grenze bei les Verriers. 

Schweizer Truppen unter General Hans Herzog entwaffneten die abgeschlagene Armee. Trotz grossem Aufwand und herzlichem Empfang der Bevölkerung, forderte es einen enorm grossen Aufwand für den Schweizer Bundesstaat. Schlussendlich wurden die Soldaten auf 190 Gemeinden in 24 Kantonen verteilt. Unter ihnen sollten in den Tagen und Wochen nach den Strapazen 1'700 Mann sterben.

Mit dem Verteilen der Soldaten, gelangte auch eine ganze Menge an Ausrüstungsgegenständen, wie auch Uniformen und Helme in die Schweizer Stuben. Auch wenn heutzutage eher selten, taucht aus privaten Besitz immer mal wieder einzelne Exponate auf.


Dachbodenfund

Unter Ihnen dieser Kürassierhelm M1840 der Armée de l’Est. Der Helm wurde bei einer Hausräumung 2015 im Luzernischen entdeckt und hatte den Weg über einen Bekannten zu mir gefunden.

Der Helm ist in erstaunlich gutem Zustand und fast komplett.

M1840 Kürassierhelm Frankreich_1

Der Kürsassierhelm M1840 besteht aus einem blanken eiserner Helm mit Messingkamm, Messinggrosetten, Messingcimierhülse, Rossschweif, roter Paradestutzen und Seehundbezug. Links an der Glocke sieht man die sogenannte Dille für rotem Federbusch, welcher leider fehlt.

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Der Front- und Nackenschirm sind mit einer Messingkante versehen. An der Spitze des Helmkammes sitzt eine verzierte Messingtülle, in der der rote Roßhaarbusch, genannt Houpette, befestigt ist. Am unteren hinteren Ende des Helmkammes ist ein schwarzer Roßschweif angebracht. Die Verbrämung besteht aus imitiertem Leopardenfell. 

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Die Kamm-Seiten sind mit Lorbeerranken, Fischblasen und floralem Dekor verziert.

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Die Kinnkette besteht aus einem dreireihigen verschlungenen Messingringen und Lederstreifen welche Seitig an runden Blütenrosetten gefestigt sind.

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Auf der Stirnseite des Helmkammes ist mit der Maske der Medusa, sowie mit einer eine Granate verziert.

 

 

 

 

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