Historische  Beratung
Pat  Schlenker
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Gedenkmarsch zum 222. Jahrestag der Schlacht an der Grimsel

Der Verein "Les voltigeurs du 3ème Régiment Suisse" organisierte am Wochenende des 13. bis 15. August 2021 zum 222. Jahrestag der Schlacht an der Grimsel einen Gedenkmarsch auf historischem Gelände, welcher auf die Ereignisse 1799 Bezug nahm. Eingeladen waren historische Darsteller, welche die napoleonische Armee sowie die Koalitionsarmee von 1799 darstellen konnten. 

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Historischer Kontext :

Die österreichischen Truppen, welche an der Grimsel in Stellung lagen gehörten zur Suworow-Armee. Dank der Unterstützung eines Bergführers aus Guttannen gelang einem Teil der französischen Truppen am 14. August 1799 eine besonders kühne Hochgebirgsaktion über die Grate. Diese Einheiten fielen schliesslich in die Flanke des am Grimselpass anwesenden Feindes. Der Hauptteil der französischen Truppen unter der Führung von Brigadegeneral Charles Etienne Gudin rückte von Guttannen aus mit einer Truppenstärke von etwa 2.700 Mann in Richtung Grimselpass vor. Im Kreuzfeuer der beiden französischen Truppen gefangen wurden die Österreicher zurückgedrängt und gezwungen, ihre Stellungen Stück für Stück zu verlassen. Die Schlacht und darauffolgenden Rückzugsgefechte dauerte mehr als 6 Stunden. Dank dieses riskanten Manövers konnten die französischen Truppen in der Folge den Furka- und den St. Gotthard-Pass angreifen. Gleichzeitig intrigierte der österreichische Minister Franz de Paula Baron Thugut gegen die russischen Verbündeten, mit dem Ziel, diese aus Norditalien herauszuhalten und den österreichischen Einfluss entscheidend zu machen. Dies gelang und Suworow übergab das Kommando über den Großteil seiner österreichischen Streitkräfte. In der Zwischenzeit bereitete sich Suworow darauf vor den Gotthard zu überqueren, um sich der russischen Armee unter Alexander Rimsky Korsakow in Zürich anzuschließen. General Suworow eroberte am 25. September 1799 den Gotthard von den Franzosen zurück.

Vorbereitungen:

Meine letzten napoleonischen Anlässe lagen schon einige Jahre zurück. So musste ich zuerst im Lager einmal all meine historischen Elemente zusammenpacken. Neben einer französischen Darstellung um 1799 sollte noch eine passende bernische Uniform in savoyischen Diensten mitgenommen werden. Zumindest wer das an Lager hat.

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Freitag, 13. August 2021

Das Basislager wurde am Freitag, den 13. August bei Guttannen aufgeschlagen. Rund 30 Teilnehmer hatten sich ursprünglich gemeldet, von denen 22 bis zum Abend eingetroffen waren. Übernachtet wurde in zeitgenössischen weissen Zelten. 

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Samstag, 14. August 2021

Nach der Tagwache um 0630 bereitete sich die in zwei Teile aufgeteilten Truppen der Franzosen und bernischen Truppen in savoyischen Diensten auf den Tag vor. Neben Verpflegung war vor allem Wasser sehr wichtig. Trotz der Einsatzhöhe von 1100 bis 1700 war mit bis zu 25 Grad zu rechnen. In meinem Fall war mein Ziel, die Strecke mit original gepackter Ausrüstung zu bewältigen, was rund 22 kg Gepäck inkl. Waffe bedeutete. 

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Gemäss Veranstalter war eine Strecke rund 7.2km mit 700 Höhenmetern zu bewältigen. Die bernischen Truppen in savoyischen Diensten sollten dabei vorausgehen und mit Rückzugsgefechten den Vormarsch der französischen Truppen verlangsamen. 

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Auf der Suche nach passenden Hinterhalten rückten die Franzosen nahe an uns heran, sodann die ersten Gefechte kurz nach 0900 Uhr ausgetragen wurden. Unterbrochen einzig durch Wanderer, welche unseren Weg kreuzten und interessiert unsere Geschichten anhörten. An der Engen Überquerung am Bögelisbrüggli konnten wir die Franzosen eine längere Zeit aufhalten. Nach mehrmaligen anrennen entschlossen wir uns für einen kurzen Waffenstillstand und Mittagspause.

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Nach dem Mittagessen ging es weitere 1.6 km durchs Gelände. Nach der letzten Aareschluchtüberquerung stellten wir die Kämpfe ein. Zum einen aus Bewilligungstechnischen-, aber auch aus Sicherheitsgründen. Die Strecke bis zur Räterichsbodenstaumauer war sehr schmal und stark abfallend. Entlang dem Räterichsbodensee konnten wir das wundervolle Wetter geniessen.

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Unterhalb des Grimsel Hospizz war unsere Tour zu ende und wir wurden mit Fahrzeugen zurück nach Guttannen gebracht. 

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Sonntag, 15. August 2021

Sonntagfrüh war um 0900 geplant bis um 0900 das Lager abzubauen und mit den Fahrzeugen auf den Pass zu fahren, um auf dem Grimselpass die Stellungen der Österreischen Truppen zu besichtigen, die dort vor 222 Jahren in den felsigen Boden getrieben wurden. Nach unserem eintreffen wurden wir kurzerhand von dutzenden von Touristen belagert, die ein Bild mit uns haben wollten. Die meist gestellte Frage nach dem warum war, wieviel kostet ein Foto zu machen.

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Nachdem alle eingetroffen waren, ging es um den Totensee auf die Anhöhe, wo die die Fahne der unterlegenen Truppen den Franzosen symbolisch übergeben wurde. Danach gings zurück in 21. Jahrhundert.

 

 

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