6. Dezember 1944
Lage im Elsass
Erfolge der französischen Armee im Elsass
General Delattre de Tassigny erklärt, dass die Erste Französische Armee deutsche Truppenverbände in der Stärke von drei Divisionen im Elsass zerschlägt. Die französischen Streitkräfte arbeiten weiterhin an der Befreiung von Colmar und der Erweiterung der Frontlinie am Rhein. Der General lobt ausdrücklich die Forces Françaises de l’Intérieur (FFI) für ihren entscheidenden Beitrag zu den Kämpfen im Elsass.
Region Strassburg
Südlich von Strassburg verlangsamt sich der Vormarsch der Alliierten durch Verminungen, zerstörte Strassen und Überschwemmungen. Dennoch gelingt es ihnen, am östlichen Rand der Vogesen bei einem Vorstoss von St.-Hippolyte aus Roderen einzunehmen. Schlettstadt ist endgültig vom Feind gesäubert, während sich die deutschen Truppen eilig in Richtung Rhein zurückziehen.
Im Raum von Thann erobern die französischen Streitkräfte verlorenes Gelände zurück, stossen jedoch auf ausgedehnte Minenfelder im Forst von Thann, die ihre Operationen erheblich behindern. Nördlich von Gérardmer stürmen französische Infanteristen an der Südseite des Schluchtpasses den Hohneck, den zweithöchsten Berg der Vogesen mit 1361 Metern.
Im Elsass halten sich etwa 40.000 deutsche Zivilpersonen auf, die zuvor aus dem Reich zugewandert sind. Die Alliierten planen, diese Menschen vorübergehend in ehemaligen Konzentrationslagern unterzubringen, bevor sie nach Deutschland zurückgeführt werden.
Region Mulhouse
In Mulhouse marschiert die entwaffnete deutsche Garnison hinter einem alliierten Panzerjäger in Achterkolonnen ab. Dieser Abzug unterstreicht den Verlust weiterer strategischer Positionen durch die Wehrmacht in der Region.
Ein optimistischer Bericht aus Berlin meldet angebliche Erfolge der Wehrmacht. Laut dem Berichterstatter Alex Schmalfuss erzielen deutsche Kräfte im Raum Schlettstadt zwar Einbrüche, scheitern jedoch bei einem Vorstoss nach Süden auf Colmar bei Gemar. Gemar liegt wenige Kilometer östlich der von den Deutschen aufgegebenen Stadt Rappoltsweiler. Im Thann-Tal entbrennen erneut schwere Kämpfe, bei denen die Wehrmacht eine strategisch wichtige Höhe zurückerobert. Nördlich des Hüninger Kanals zeichnet sich das Ende dreier eingeschlossener französischer Regimenter ab. Über 300 Gefangene gehen bereits in deutsche Hände, und die Säuberung des Hardwaldes soll weitere im Unterholz versteckte feindliche Soldaten ans Licht bringen. Währenddessen setzen die Alliierten ihren Druck auf die deutschen Verteidigungslinien unerbittlich fort.
Interniertentransport: Deutsche Soldaten in einem Eisenbahnwagen - Foto Staatsarchiv Basel - BSL 1060c 3/7/1048 - Jeck, Lothar - Kolorierung Patrick Schlenker
Erfolge der französischen Armee im Elsass
General Delattre de Tassigny erklärt, dass die Erste Französische Armee deutsche Truppenverbände in der Stärke von drei Divisionen im Elsass zerschlägt. Die französischen Streitkräfte arbeiten weiterhin an der Befreiung von Colmar und der Erweiterung der Frontlinie am Rhein. Der General lobt ausdrücklich die Forces Françaises de l’Intérieur (FFI) für ihren entscheidenden Beitrag zu den Kämpfen im Elsass.
Artilleriebeschuss im südlichen Elsass
Am Morgen intensiviert die französische Artillerie ihre Angriffe im südlichen Elsass. Kurz nach 08:00 Uhr beginnt der Beschuss der Ortschaften Märkt und Eimeldingen, gefolgt von Angriffen auf die Schusterinsel, die etwa einen Kilometer südlich von Basel liegt. Auch die Rhein-Hafenanlagen in Weil am Rhein geraten unter Feuer. Die Angriffe zielen zudem auf militärische Befestigungen und Baracken in der Umgebung sowie auf die zerstörte Eisenbahnbrücke zwischen Bamlach und Hüningen. Zusätzlich wird die Strasse von Friedlingen nach Leopoldshöhe unter Beschuss genommen.
In Friedlingen und weiteren Teilen der Dreiländerregion greifen französische Minenwerfer das Gebiet um Weil und Hüningen an. Gleichzeitig verstärkt die französische Artillerie den Beschuss in der Umgebung von Eimeldingen, was die Region weiter destabilisiert.
Nördlich des Rheins verschärft sich die Lage. Der Verkehr auf den wenigen noch befahrbaren Strassen nimmt deutlich zu. Besonders in der Nacht entstehen lange Fahrzeugkolonnen, da viele Fahrzeuge mit abgeblendeten Scheinwerfern fahren, um möglichst unauffällig zu bleiben. Die meisten dieser Kolonnen bewegen sich in Richtung Rhein, was die allgemeine Anspannung in der Region weiter steigert.
Gegen 09:00 Uhr bricht in Märkt ein grossflächiger Brand aus, der für längere Zeit anhält.
Basel 2. Weltkrieg - Blick auf das Paulusquartier von Binningen aus - Foto Staatsarchiv Basel - NEG 9859 - Fotoarchiv Wolf - Kolorierung Patrick Schlenker
Luftangriffe auf Bahnanlagen im unteren Wiesental
Ein alliierter Luftangriff legt die Bahnanlagen im unteren Wiesental lahm. Gleisanlagen bei Lörrach und die Strecke von Weil am Rhein nach Steinen werden schwer beschädigt. Der Bahnverkehr in diesem Bereich kommt fast vollständig zum Stillstand. Ein Pendelverkehr mit Automobilen wird ab Steinen eingerichtet, um die Verbindung nach Stetten aufrechtzuerhalten.
Der Bahnverkehr in der gesamten Region bleibt massiv beeinträchtigt. Zahlreiche Signalanlagen sind zerstört, und Reparaturen sind dringend notwendig. Die unterbrochenen Verkehrswege erschweren die Versorgung und die Mobilität der Bevölkerung erheblich.
Region Basel
Am Lysbüchel überqueren fast 500 deutsche Zivilpersonen die Grenze in die Schweiz (Siehe auch Eintrag Ter. Kommando Basel vom 5.12.44 - Bewilligung Übertritt Deutscher Flüchtlinge). Viele von ihnen kehren in ihre Heimatorte zurück, getrieben von Heimweh und der Hoffnung, ihre früheren Wohnstätten wieder aufsuchen zu können.
Militär: Armeelastwagen voller Soldaten, im Fokus eine Frau beim Anzünden einer Zigarette - Foto Staatsarchiv Basel - BSL 1060c 3/1/3133 - Foto Jeck Basel - Kolorierung Patrick Schlenker
Territorial-Kommando
Aus den Berichten der Schweizer Armee:
08:00 - 10:45 Uhr: Einweisung von Dienstpersonal im Bereich des AK 2.
13:30 Uhr: Die Mannschaft trifft bei der MUBA (Basler Mustermesse) ein.
14:30 Uhr: Hauptmann Stalder meldet: Bewachungsdetachement 23, bestehend aus 43 Mann, ist eingerückt. Die Mannschaft begibt sich anschliessend zur Sanitätsmusterung und Verpflegung.
14:30 Uhr: Das Schweizerische Rote Kreuz stellt eine Anfrage zur Bewilligung der Ausfuhr von 100 kg Nahrungsmitteln für die Gemeinde St. Louis.



