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14. Dezember 1944

„Unternehmen Habicht“ gescheitert

Die deutsche Offensive ist weitgehend zum Erliegen gekommen, als US-amerikanische Truppen Gegenangriffe starten und die erschöpften deutschen Einheiten zurückdrängen. In Riquewihr gelingt es den Alliierten, alle verbleibenden deutschen Kämpfer aus dem Ort zu vertreiben. Am Mont de Sigolsheim erleiden die angreifenden deutschen Einheiten erneut hohe Verluste.

Ein Gefechtsbericht vom 14. Dezember beschreibt besonders hohe Verluste der deutschen Truppen an diesem Tag. Einheiten des Regiments Reimer und Ayrer sind nahezu aufgerieben, viele Soldaten sind erschöpft, verwundet oder traumatisiert. Am Abend gibt die deutsche Führung den Rückzugsbefehl, und die verbleibenden Truppen ziehen sich unter chaotischen Bedingungen in die Wälder zurück. Munition, schwere Waffen und sogar Gefallene müssen zurückgelassen werden, während die Einheiten, oft ohne Kontakt zu ihren Kameraden, weiter zurückweichen.

Anhaltender Rückwandererstrom aus Deutschland in die Schweiz

Seit Wochen hält der Rückwandererstrom aus Deutschland in die Schweiz unvermindert an. Täglich treffen durchschnittlich etwa tausend Schweizer Rückwanderer über Konstanz in Kreuzlingen ein. Dort werden sie nicht nur vom Heimschaffungskomitee Kreuzlingen des Eidgenössischen Kriegsfürsorge-Amtes freundlich in der Heimat begrüsst, sondern auch sanitarisch untersucht.

Die Rückkehrer der letzten Tage befinden sich teilweise in einem bedenklichen Zustand. Die meisten stammen aus Freiburg im Breisgau, einige auch aus Hannover und dem Rheinland. Sie kommen zu Fuss über die Grenze – eine andere Möglichkeit gibt es heute nicht mehr. In Deutschland wusste man nichts mehr mit ihnen anzufangen, da dort Unterbringungs- und Verpflegungsprobleme in grossem Ausmass bestehen. So werden die Schweizer entweder freiwillig oder unfreiwillig über die Grenze geschickt.

Das Bild dieser Rückwanderer verdeutlicht die verheerende Lage in Deutschland. Viele sind völlig erschöpft und sehen sich vor einem Nichts. Besonders Rückkehrer aus Freiburg berichten von den katastrophalen Bombenangriffen, denen ihre Stadt ausgesetzt war. Sie erzählen von den Schrecken des Angriffs, der äusserst heftig war und Chaos hinterliess. Keiner der Einwohner war vorbereitet, und der grösste Teil konnte nur das retten, was er am Leib trug. Oft sieht man Brandspuren an ihrer Kleidung, und die Schrecken sind den Menschen noch anzusehen. Etwa die Hälfte der Einwohner von Freiburg soll obdachlos geworden sein. Viele Rückwanderer glauben nicht, dass die Menschen in Deutschland die Strapazen noch lange aushalten können.

Die Lebensmittelrationen im Januar

Das Eidgenössische Kriegsernährungsamt teilt mit:

Dank der diesjährigen Lenkung der Milchverarbeitung kann für den Januar die Käse-Zuteilung auf den A-, halben B.- sowie den Kinderlebensmittelfarten um je 100 Punkte erhöht werden. Die gesamte Fettstoffration bleibt unverändert bei 650 Gramm, 50 Gramm mehr als im Januar 1944. Mit Rücksicht auf die Vorräte wird die Butterzuteilung auf Kosten der Fett-/Delrationen erhöht. Auch die Kartoffelration bleibt mit 250 Gramm pro Tag noch unverändert. Die Lebensmittelkarte erhält jedoch vorläufig nur Coupons für 225 Gramm Kartoffeln pro Tag. Für die Differenz werden ab Januar jedoch zusätzliche Coupons für Brot in Kraft gesetzt.

Die Fleisch-Grundration der A-Karte ist auf 950 Punkte angesetzt. Sofern die Kälberschlachtungen in den nächsten Wochen den erwarteten Umfang erreichen, soll auch diese Grundration, wenn möglich, durch eine begrenzte Freigabe von zusätzlichen Coupons ergänzt werden. Eine Herabsetzung erfahren ferner die Rationen für Tafelschokolade, Confiserie und Bohnenkaffee, ebenso wie die Fleischration der Kinderlebensmittelfarten. Ab Januar 1945 erhalten die schwer arbeitenden Personen der 4. Zuteilungskategorie, sofern sie keine Selbstversorger sind, zusätzliche Zuteilungen.

Die Zuteilungen an die kollektiven Haushaltungen werden in Anpassung an die erschwerten Transportverhältnisse und die zum Teil herabgesetzten Rationen der Lebensmittelkarten ebenfalls gekürzt.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

Nacht ruhig

07:50 Uhr: Oberleutnant Tscharner teilt mit, dass er heute Morgen mit Hauptmann Gushe telefoniert hat. Er erhielt die Bestätigung, dass die Hüninger Bevölkerung in einigen Tagen von Frankreich übernommen wird.

08:30 Uhr: Regimentsarzt auf dem Kommandoposten (KP).

10:00 – 11:00 Uhr: Platzkommandant auf dem Kommandoposten (KP).

16:10 – 19:00 Uhr: Oberleutnant Tscharner und Hauptmann Gushe fahren zur Absprache nach Stein.

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