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15. Dezember 1944

Der deutsche Gegenangriff im Elsass

Die deutschen Truppen setzen unter der Führung von General Weise einen heftigen Gegenangriff in den oberen Vogesen fort. Ziel ist es, die alliierten Streitkräfte, insbesondere die französischen Truppen unter General Delattre de Tassigny, zu durchbrechen. Die Deutschen haben es geschafft, an mehreren Stellen durch den alliierten Verteidigungsring zu stossen und dabei wichtige Nachschubstrassen zu bedrohen. Ein wesentlicher Teil dieser Offensive ist die Verwendung des neuen „Pather“-Panzers, eines 45-Tonnen-Panzers mit einem 88-Millimeter-Geschütz, der über den Rhein gebracht wurde.

Die deutsche Offensive wird von einer massiven Konzentration von Artilleriefeuer unterstützt, das sich auf die alliierten Stellungen von Schlettstadt im Norden bis nach Mülhausen im Süden richtet. Der erste Durchbruch erfolgt in den Höhenzügen entlang der Strasse Belfort-Mülhausen, was die alliierten Nachschubwege nach Mülhausen gefährdet. Gleichzeitig dringen die Deutschen am Nordende der „Tasche“ durch das gebirgige Gelände vor und erobern wichtige Stellungen, die die Strassenverbindungen zwischen Rappoltsweiler und Markirch kontrollieren. Dies hat das Ziel, die alliierten Versorgungswege weiter zu unterbrechen.

Die erste Phase der deutschen Offensive zeigt erste Erfolge. Die Lage wird für die Alliierten zunehmend gefährlich, doch diese reagieren schnell mit Gegenangriffen und einer Umgruppierung ihrer Truppen.

Fliegeralarm und Angriffe auf Lörrach

Kurz vor 17:00 Uhr, beschiesst die französische Artillerie erstmals die badische Grenzstadt Lörrach mit Granaten. Acht Granaten treffen das Fabrikgelände der Firma Koechlin, Baumgartner & Cie., und richten dort erheblichen Schaden an. Ein Arbeiter wird dabei getötet. Granaten, die mitten auf der Kreuzung Adolf-Hitler-Strasse/Grabenstrasse explodieren, beschädigen die Bäckerei Faller, die Hebel-Apotheke, ein Papierlager und das Warenhaus Glünkin erheblich. Der Sohn des Geschäftsinhabers von Glünkin wird auf der Strasse getötet.

 

Die Grabenstrasse in Lörrach nach dem Beschuss durch französische Artillerie am 15. Dezember 1944 - Foto zVg. von Familie Bornschier - Koloration Patrick Schlenker

Lörrach, Turmstrasse in den 1940er Jahren - Postkarte - Koloration Patrick Schlenker

Lage in der elsässischen Grenzgegend

In der elsässischen Grenzregion, insbesondere in der Umgebung von St-Louis, kehrt langsam wieder Normalität ein, da die Zivilbevölkerung zurückkehrt. Die Militärbehörden haben bestimmte Massnahmen ergriffen, um die deutschen Streitkräfte zu schwächen und die Infrastruktur zu kontrollieren. Ein grosser Teil der lokalen Infrastruktur wurde im Laufe der letzten Kämpfe zerstört.

Die Kämpfe entlang des Rheins und in den umliegenden Gebieten setzen sich fort. Besonders in der Region um Mülhausen gibt es weiterhin schwere Auseinandersetzungen, bei denen Maschinengewehrfeuer und Artilleriebeschuss an der Tagesordnung sind. Trotz der Zerstörungen arbeiten lokale Widerstandskräfte weiterhin gegen die deutschen Besatzungstruppen. In den kommenden Tagen ist mit weiteren schweren Gefechten zu rechnen.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

03:59 - 04:34 Uhr: Fliegeralarm. Luftraumverletzung vom Genfersee - Bern - Wiessenstein - Basel - Scheinwerfer der Armee im Einsatz.

Der Alarm wurde aufgrund eines vermuteten Luftangriffs ausgelöst, jedoch ohne dass feindliche Flugzeuge gesichtet wurden.

08:30 Uhr: Inspektion durch einen Offizier.

Ein Offizier fährt zur Inspektion, um die militärischen und organisatorischen Gegebenheiten vor Ort zu überprüfen.

15:00 Uhr: Besprechung betreffend zusätzlicher Weihnachtspakete des Kantons Basel-Stadt.
Es wird beschlossen, dass für 80 Mann zusätzliche Weihnachtspakete benötigt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Bezahlung für diese Pakete abgelehnt wird. Einige Damen verpflichten sich, bei der Zusammenstellung und Verpackung der zusätzlichen Pakete zu helfen.

Vorbereitungen auf die Soldatenweihnacht - Foto Staatsarchiv Basel - Frau mit Stapel Pakete - BSL 1060c 3/7/1111 - Foto Jeck, Lothar - Kolorieung Patrick Schlenker

18:00 - 19:25 Uhr: Rapport
Der Kommandant informiert, dass die Kdo.-Batterie 86 mit der Verschiebung begonnen hat und dass die HD-Büros 3, 4 und 7 nun dem Territorialkommando Basel zugeteilt werden.
Die Sanitätshilfestelle in Allschwil wird am 16. Dezember besichtigt. Die Ausbildung der HD- und FHD-Personalien in diesem Bereich wird den entsprechenden Ausbildungskursen zugeteilt.
Es wird bekannt gegeben, dass aufgrund von Diebstählen von Verpflegung durch Mannschaften der Beweglichen Kompanie BL1 in der MUBA noch Strafen zu besprechen sind.
Der Regimentsarzt berichtet, dass die Migranten in relativ gutem Zustand sind.
Das Inserat in den Tageszeitungen, das Gespräche über die Grenze betrifft, ist bei der Bevölkerung anscheinend nicht gut angekommen.

Soldatenweihnachten:
Die Weihnachtsfeiern für die Soldaten werden organisiert:

  • Die Feier des Infanterieregiments 5 findet am 21. Dezember 1944 statt.
  • Die Feier des Stabes des Territorialkommandos ist für den 20. Dezember angesetzt.
  • Die Feier des Flüchtlingskommandos findet am 22. Dezember statt.
  • Die Luftschutztruppen werden an der Feier am 21. Dezember teilnehmen.

Rückführung der Flüchtlinge aus Hüningen:
Die Rückführung der Flüchtlinge aus Hüningen verzögert sich, da die Antwort des Armeekorps noch aussteht. Es wird erwartet, dass noch einige Tage gewartet werden muss, bevor weitere Massnahmen ergriffen werden können.

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