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20. Dezember 1944

Weihnachtem im befreiten Elsass

Nach fünf Jahren Kriegsweihnachten feiert Frankreich im Jahr 1944 zum ersten Mal wieder Weihnachten in Freiheit. Auch wenn die Schrecken der Besatzung beendet sind, ist es keine ungetrübte Festzeit: Frankreich ist durch die vier Jahre der deutschen Besetzung wirtschaftlich geschwächt, und viele Kinder leiden unter Armut und Unterernährung. In zahlreichen Haushalten werden die traditionellen Sabots (Holzschuhe), die als Geschenkträger für den Père Noël dienen, leer bleiben. Dennoch bedeutet diese Weihnacht viel für die Franzosen, da sie ein Symbol für die Rückkehr der Freiheit ist.

Das Land schöpft Hoffnung aus dem Ende der Besatzung, das vor allem von den Kindern als Befreiung von Angst erlebt wird: Statt des bedrohlichen Marschierens der Besatzungstruppen lauschen sie nun in der Weihnachtsnacht auf das Kommen des Père Noël. Trotz der Not wird die Bedeutung dieses Moments auch von anderen Ländern wie Holland, Dänemark und Norwegen erkannt, die Frankreich um diese erste Weihnacht in Freiheit beneiden.

Während die Franzosen selbst die Festtage mit Zurückhaltung und bescheidenen Mitteln feiern, bleibt der Optimismus spürbar. In Kirchen und Gemeinden finden Feiern statt, die nicht nur die Befreiung, sondern auch die Solidarität und den Zusammenhalt des Landes betonen. Dieser Geist von Weihnachten ist für viele ein Hoffnungsschimmer auf eine bessere Zukunft.

So wird Weihnachten 1944 in Frankreich zu einem Wendepunkt: Es ist nicht nur ein Fest der Rückkehr zu religiösen und kulturellen Traditionen, sondern auch ein Moment der Besinnung auf die Errungenschaften des vergangenen Jahres und des Glaubens an eine baldige Erholung des Landes – trotz aller wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen.

Schadenfeuer in Hüningen

Am Nachmittag herrscht im elsässisch-badischen Grenzgebiet mit Ausnahme vereinzelter Maschinengewehrsalven, die über den Rhein gewechselt werden, weitgehend Ruhe. Nach Einbruch der Dunkelheit beginnt jedoch eine ungewöhnliche Aktion: Hinter Burgfelden auf der französischen Seite schiessen die Franzosen mehr als eine Stunde lang verschiedenfarbige Leuchtraketen in unregelmässigen Abständen in den Himmel. Der Sinn und Zweck dieser Signalaktionen bleibt auf deutscher Seite unklar.

Gegen 19:00 Uhr eröffnet ein deutsches Maschinengewehr von der Schusterinsel aus plötzlich das Feuer. Das Ziel des Angriffs ist von den Beobachtern auf der deutschen Seite nicht erkennbar. Kurz darauf bricht jedoch im zweiten Haus rechts des Hüninger Kanalausgangs ein Feuer aus. Die Flammen breiten sich rasch auf das gesamte Gebäude aus und setzen die gesamte Liegenschaft in Brand.

Während das Haus vollständig in Flammen steht, rücken zwei französische Feuerwehrautos an, um den Brand zu bekämpfen. Doch ein deutsches Maschinengewehr nimmt den Brandplatz unter ununterbrochenen Beschuss. Trotz dieser gefährlichen Bedingungen versuchen die Feuerwehrleute zunächst, ihre Arbeit fortzusetzen, doch die Angriffe zwingen sie, die Löscharbeiten einzustellen.

Die genauen Umstände, die zu diesem Vorfall führen, sowie die Gründe für das Feuer bleiben unklar. Die Ereignisse verdeutlichen jedoch die gespannte Lage an der Grenze und die ständige Gefahr für Menschen und Infrastruktur in dieser Region.

Wehrmachtsbericht

Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) gibt am heutigen Mittwochmittag bekannt:

„An der gesamten Angriffsfront im Westen schliessen unsere Armeen weiter auf, räumen einen Grossteil der noch hinter der Front verbliebenen feindlichen Stützpunkte auf und treiben die Angriffskeile voran. Dabei kommt es an vielen Stellen zu Kämpfen mit eilends herangezogenen feindlichen Einheiten, die sofort in den Kampf geworfen wurden. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden über 10.000 feindliche Soldaten gefangen genommen, 200 Panzer vernichtet oder erbeutet und 124 Flugzeuge abgeschossen.

Im Kampfgebiet um Aachen und an der Saar hat der Druck der Nordamerikaner merklich nachgelassen. Im Raum Bitsch, nordwestlich von Weissenburg, und am Westwall östlich davon setzt der Feind jedoch verlustreiche Angriffe gegen unsere Westbefestigungen fort.

Im Oberelsass stehen unsere Truppen in heftigen Kämpfen. Insgesamt wurden an der Front in Elsass-Lothringen gestern 37 feindliche Panzer vernichtet.

Durch den Einsatz von Seemitteln der Kriegsmarine wurde vor der Insel Walcheren ein feindlicher Zerstörer versenkt.

Die Städte London, Lüttich und Antwerpen lagen erneut unter starkem Beschuss durch unsere Fernkampfwaffen.“

Schweizer Rotkreuzambulanz holt Auslandschweizer aus Freiburg i.B. zurück

Die Basler Sektion des Schweizerischen Roten Kreuzes schickt ein Ambulanzfahrzeug nach Freiburg im Breisgau, um hochbetagte Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Sicherheit zu bringen. Der modern ausgestattete Ambulanzwagen nimmt 17 Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims des Schweizerischen Hilfsvereins in Freiburg auf und bringt sie sicher nach Basel.

Die jüngste Bombardierung Freiburgs fordert unter den Mitgliedern der Schweizerkolonie zwei Todesopfer und macht viele obdachlos. Die Kolonie wird, soweit sie nicht bereits evakuiert ist, von der Zerstörung stark in Mitleidenschaft gezogen.

In Basel finden die Rückkehrenden zunächst Unterkunft im Hedwigsheim, einer Einrichtung der Basler Sektion des Schweizerischen Roten Kreuzes. Personen, die eine medizinische Betreuung oder Erholung benötigen, werden vorübergehend im Bürgerspital untergebracht. Diese Rettungsaktion verdeutlicht die enge Verbundenheit der Schweiz mit ihren Landsleuten im Ausland, besonders in schwierigen Zeiten.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

Nacht ruhig.

10:00 Uhr: Rapport des Infanterieregiments 5

14:00 Uhr: Besichtigung des Flüchtlingslagers MUBA

Die im Dienst stehenden Soldaten erhalten ihr Soldatenpäckli. Alle anderen bekommen dieses von der Regierung an der Soldatenweihnacht überreicht.

19:00 Uhr: Beginn Soldatenweihacht Territorial Kommando Basel-Stadt im Sans-Souci in Neu-Allschwil.

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