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22. Dezember 1944

Wetterwechsel und erneute Aktivitäten in der Dreiländerecke

Im laufe des Tages lichtet sich der Hochnebel, und der endlos blaue Himmel kommt endlich wieder zum Vorschein. Doch mit der fast vollkommenen Ruhe in der Dreiländerecke ist es damit vorbei. Die Tätigkeit der Artillerie und der Luftwaffe nimmt wieder zu. Nach mehreren Tagen schlechter Sicht ist es erstmals seit Montag wieder möglich, grössere Gebiete jenseits der Landesgrenze zu überblicken. Zuvor war es unmöglich gewesen, selbst Vorgänge im Umkreis von zwei bis drei Kilometern zu verfolgen.

Evakuierung und militärische Aktivitäten in Hüningen

In Hüningen wird erneut ein Teil der Stadt evakuiert. Auf den Strassen zwischen Hüningen und St. Louis herrscht reger Verkehr, jedoch ohne unmittelbare militärische Präsenz. Zahlreiche Fuhrwerke und Handwagen, beladen mit Hausrat, bewegen sich Richtung St. Louis. Bereits in den Tagen zuvor waren einzelne Häuser geräumt worden, doch nun wird der gesamte Bereich Hüningens evakuiert, der durch deutsches Maschinengewehrfeuer gefährdet ist. Besonders betroffen sind die Wohnhäuser entlang des Rheins. Die Bewohner werden mit ihren Habseligkeiten nach St. Louis gebracht, von wo aus ein Weitertransport geplant ist. Allerdings handelt es sich nicht um eine vollständige Räumung, da weiterhin viele Einwohner in der Stadt verbleiben. Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden Massnahmen ergriffen, um den Zugang zu den gefährdeten Zonen zu kontrollieren.

Maschinengewehrfeuer und Flugbewegungen

Gegen 14:00 Uhr ertönt jenseits der Grenze heftiges Maschinengewehrfeuer, als die Angestellten der Reedereien ihre Arbeitsplätze aufsuchen. Die Franzosen antworten mit ihren automatischen Waffen, deren helleres Geräusch deutlich zu hören ist. Am Himmel sind zunächst nur die Geräusche von Flugzeugen wahrnehmbar. Kurz darauf tauchen zehn Maschinen aus der Richtung Altkirch auf und fliegen ins Wiesental. Sie passieren den Luftraum unbehelligt von der Flugabwehr und verschwinden hinter dem Tüllinger Hügel. Kurz nach 15:00 Uhr später kehren sie mit zwölf Maschinen zurück, offenbar Thunderbolt-Jäger. Eine Maschine trennt sich von der Gruppe und erkundet das Gebiet zwischen Istein und dem Kandertal, bevor sie sich wieder anschliesst.

Artillerieaktivitäten

Gegen 16:00 Uhr sind im badischen Hinterland einige Schüsse zu hören, die Rauch- und Staubwolken bei Neudorf aufwirbeln. Offensichtlich handelt es sich um gezielte Angriffe. Westlich von Blotzheim wird intensiver geschossen, offenbar auf Ziele nördlich des Isteiner Klotzes. Das Gebiet wird weiterhin von deutschen Truppen gehalten. Gegen 17:00 Uhr tritt nach den üblichen Abschiedssalven eine mehrstündige Ruhepause ein.

Gesundheitswesen: Mann mit eingeschientem Arm, in einem Spitalzimmer sitzend, daneben eine Krankenschwester - Foto Staatsarchiv Basel-Stadt, BSL 1060c 3/1/4608 (Foto Jeck Basel) - Kolorierung Patrick Schlenker

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

05:43 - 06:19 Uhr: Fliegeralarm - ein fremdes Flugzeug, aus der Gegend von Belfort kommend, fliegt rheinaufwärts.

Abgabe der von der Regierung des Kantons Basel-Stadt gestifteten Soldatenpäckli an die verschiedenen Spitäler.

Diverse Anfragen betreffend Einladung von bedürftigen Soldaten oder Abgabe von Päckli an diese. Wurde vom Inf. Rgt. 5 zugestimmt.

15:15 Uhr - 16:01 Uhr: Fliegeralarm - 12 Flugzeuge kreisen über Altkirch - Kembs - Weil

20:00 Uhr: Weihnachtsfeier für die Flüchtlinge in der MUBA - 23:10 Uhr

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