27. Dezember 1944
Andauernder MG-Feuerwechsel bei Hüningen
Die Nacht verläuft in der Dreiländerregion ebenso unruhig wie jene zuvor. Schon bald nach 18:00 Uhr ist aus Richtung Mülhausen schweres Artilleriefeuer zu hören, und auch die Beschiessung der Gegend um Istein setzt sich um 19:20 Uhr fort. Vor allem das Maschinengewehrfeuer zwischen den beiden Rheinufern nimmt lebhaft zu. Die unaufhörlichen kurzen und längeren Salven aus den verschiedenen Bunkern sind im Gebiet der gesamten Stadt und ausser in Kleinhüningen selbst besonders nachhaltig auf dem Bruderholz und im Holesgebiet zu vernehmen. Am stärksten ist das Duell zwischen 22:45 und 23:30 Uhr sowie zwischen 01:00 und 02:00 Uhr früh.
Um 21:00 Uhr werden die Bewohner von Schönenbuch durch einen hellen Feuerschein alarmiert. Es handelt sich jedoch nicht um eine Feuersbrunst, sondern etwa 100 Meter jenseits der Grenze wird aus unerklärlichen Gründen eine Leuchtpetarde angezündet, durch die die Gegend etwa 5 Minuten lang in einen gewaltigen Feuerschein gehüllt wird.
Während des Fliegeralarms von 23:30 Uhr bis Mitternacht hört man in Basel keine Flugzeuge. Der Alarmkreis scheint irgendwo über dem Jura verlegt worden zu sein. Eine halbe Stunde nach Mitternacht bricht an der Strasse nach Mülhausen, ungefähr auf der Höhe von Neuweg-Lange Häusern, aus unbekannter Ursache eine Feuersbrunst aus, die um 02:00 Uhr noch anhält.
Überdies beginnt wenige Minuten nach 02:00 Uhr ein französischer Minenwerfer mit der Beschiessung von Friedlingen und Weil. Der dumpfe Knall der explodierenden Minen weckt manche Bewohner im äusseren Klein-Basel.
Territorial-Kommando
Aus den Berichten der Schweizer Armee:
10:30 - 11:30 Uhr: Platz Kdt. auf KP
11:00 Uhr: Arzt A3 auf KP
Augenschein vom Flüchtlingslager MUBA und Flugplatz Birsfelden.
14:50 - 15:15 Uhr: Fliegeralarm - Anflug eines Verbandes aus Westen nach Basel - Abflug nach Osten
22:40 - 23:19 Uhr: Fliegeralarm - Aaus nördlicher Richtung das Geräusch von Motoren zu hören.
