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28. Dezember 1944

Intensives Artilleriefeuer im Grenzgebiet

In der Nacht steht die Region um Istein erneut unter schwerem französischen Artilleriefeuer. Nach einer mehrstündigen Pause eröffnen französische Batterien westlich von Blotzheim und Sierentz am Abend ein intensives Feuer auf die Gegend von Istein, das bis weit nach Mitternacht mit nur kurzen Unterbrechungen andauert. Einige Geschosse schlagen nahe der Schweizer Grenze ein, insbesondere in den Gebieten um Märkt und Eimeldingen.

Auch aus der Richtung von Mülhausen ist heftiges Geschützdonnern zu hören. In der Region um Altkirch wird ferner fernes Mündungsfeuer sichtbar, vermutlich von weittragenden Geschützen, die Richtung Thann operieren. Einschläge dieser Geschosse können jedoch nicht festgestellt werden. Die Situation ähnelt den vorherigen Tagen in dieser Woche. Neu ist, dass die Artillerieschüsse offenbar aus etwas höher oder westlicher gelegenen Stellungen abgefeuert werden. Dadurch sind die Einschläge in Basel deutlicher zu hören als zuvor.

Bunker auf der Hauptstrasse in Weil am Rhein (Heute Zollstrasse). Im Hintergrund ist das Silo der Neptung AG im Hafen Kleinhüningen zu sehen - Foto z.V. Reinhold Utke - Kolorierung Patrick Schlenker

In unmittelbarer Grenznähe hält das Maschinengewehrfeuer die ganze Nacht über an. Nach Mitternacht wird zudem ein französischer Minenwerfer aktiv, dessen Geschosse nahe Friedlingen sowie im Bereich des Weiler Hasens einschlagen.

Das günstige Flugwetter nutzen die alliierten Luftstreitkräfte für vereinzelte Aktionen im badischen Raum. Beobachtet werden jedoch nur kleinere Aufklärungspatrouillen. Grössere Formationen überfliegen das Gebiet nicht.

General Delattre de Tassigny lobt Erfolge im Elsass

General Delattre de Tassigny, Oberkommandierender der Ersten Französischen Armee, hält eine Radioansprache, in der er die Erfolge seiner Truppen hervorhebt. Er berichtet von der Befreiung von Belfort, Mülhausen und mehreren Hundert Dörfern. Mehr als 20.000 deutsche Soldaten geraten in Gefangenschaft, während auf dem Schlachtfeld die Leichen von 15.000 deutschen Soldaten zurückbleiben.

Das alliierte Oberkommando würdigt diese Erfolge, indem es General Delattre de Tassigny zum Kommandanten der gesamten elsässischen Front südlich von Strassburg ernennt. Damit unterstehen ihm nun auch die Truppen von General Leclerc sowie weitere französische und amerikanische Einheiten. Gemeinsam, so erklärt er, vertreiben sie die deutschen Truppen vom linken Rheinufer zwischen Basel und Strassburg und vollenden die vollständige Befreiung des Elsass.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

09:30 - 10:30 Uhr: Platz Kdt. auf KP

14:30 Uhr: Adj. Flab Rgt. 23, dass der Bundesrat um 0815 Uhr das Flüchtlingslager in der MUBA besucht hat. Der Bundesrat verlangte Antwort, weshlab der Kdt. nicht auf seinem Posten gewesen sei.

15:18 - 15:44 Uhr: Fliegeralarm

16:15 Uhr: Eintreffen der Offiziere für den Rapport. 

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